Jeder mag selbst entscheiden was er lesen / wissen / erfahren möchte.
Zusammengefasst
Maciej (Matthias) Mielczarek, 1981 in Polen zur Welt gekommen. Verheiratet. Zwei Töchter.
Mit 18 Jahren der Wing Tsun Rifo in Werl unter der Leitung von Ingo Gries beigetreten, für ca. 3 Monate.
Im gleichen Jahr zu Philipp Bayer (PHB) nach Menden gewechselt um das Ving Tsun Kung Fu nach Yip Man (YM), Wong Shun Leung (WSL) zu lernen.
Mit 23 Jahren, im Jahre 2004 bei Michael Kurth (MK), mit dem Training des oben erwähnten Ving Tsun Kung Fu Stils nach YM – WSL angefangen. Michael war langjähriger Privatschüler von Philipp (s.u.)
2008 absolvierte ich eine sehr intensive Kampfkunstlehrer Ausbildung bei meinem Lehrer (mitunter bis zu 10 Stunden täglich), um die Fähigkeit des Unterrichtenkönnens zu erlangen.
2010 fing ich mit dem eigenen Unterrichten an. Inzwischen besitze ich über 15 Jahre praktische Erfahrung als Lehrer.
Seit über 21 Jahren (seit April 2004) praktiziere ich den oben erwähnten Oldschool- Ving Tsun Stil, wobei ich weiterhin von Dai Sifu Michael Kurth in Form von Lehrgängen und Privatunterricht lerne.
Das Wichtigste für mich als Lehrer, natürlich neben der Vermittlung des theoretischen Wissens, der strategischen Konzepte und der ganzen Techniken, ist es auch individuell auf jeden meiner Schüler (nach seinen Bedürfnissen) einzugehen.
Meine Ving Tsun Abstammungslinie
Philipp Bayer
Michael Kurth
Philipp Bayer
Michael Kurth
Michael Kurth
Maciej Mielczarek
Michael Kurth
Maciej Mielczarek
Wie ich die Kampfkunst sehe
Die Kampfkunst (Ving Tsun) die ich ausübe und in meiner Kampfkunstschule vermittle unterrichte hat mit Sport (den verbreitetem Gedanken der Allgemeinheit zum Sport, den damit häufig im Vordergrund stehenden Wettkampfgedanken oder dass es eher der Zerstreuung der Alltagsgedanken dienen soll) so gut wie Garnichts zu tun. Es geht dabei auch nicht ums fit halten.
Bei der Kampfkunst die ich praktiziere geht es um Fokus des Geistes, es geht um die Erweiterung der eigenen Wahrnehmung dessen was im Augenblick ist. Es geht darum ein Gleichgewicht zwischen Körper und Geist herzustellen, wo beide Teile gleich wichtig sind.
Es werden nur relativ wenige aber dafür hocheffiziente (Körper)Techniken und (Geistige und körperliche)Verhaltensweisen immer und immer wieder trainiert, so dass sie ohne darüber nachzudenken abberufen werden können wenn sie tatsächlich gebraucht werden. Der Geist lenkt die Energie die der Körper generiert und überträgt.
Es gibt bei uns auch keine Wettkämpfe, keine Schüler- oder Lehrergrade. Da kommt die Philosophie ins Spiel, die ebenfalls ein Teil des Ganzen (dessen was von mir unterrichtet wird) ist.
Es ist die Lehre der Leere. Es ist die Lehre der Fülle. Paradox? Nicht für mich! Es ist die Lehre der Gleichzeitigkeit. Es geht um die Erkenntnis der Einheit in Gänze. Es geht um die Erkenntnis der Verbundenheit. Der Erkenntnis dass alles im ständigen Wechsel in Wechselwirkung zu einander steht. Fülle und Leere wechseln sich ab, werden eins. Sind eins.
Ab einen gewissen Punkt (in Raum und Zeit) werden/sind Worte auch nicht mehr notwendig. An diese Stelle tritt die unmittelbare Erfahrung/Wahrnehmung dessen was im Augenblick ist. Worte würden nur das Unaussprechliche begrenzen.
Es geht aber um die Freiheit (ungebunden sein, nicht festgelegt sein), um den Fluss der Bewegung, der Energie. Es geht um die freie Entfaltung der Energie. Es geht um den Weg (TAO) und wie man ihn geht. Nichts zurückhalten. Alles geben.
Es ist die Lehre vom Gleichgewicht. Gleichgewicht in allen Dingen. Im Inneren wie im Äußeren.
Im Inneren wie außen. Oben wie unten. Im Kleinen wie im Großen. Gleichgewicht, der sich durch eine entsprechende Entspannung (ein Loslassen), die dazugehörige Aufmerksamkeit, Geistes- und Körperhaltung einstellt.
Ganz wichtig in den oben dargestellten Zusammenhang neben dem starken Körper ist ein edler Geist der an Reife gewinnen soll. Kämpfen ohne zu kämpfen.
Es geht um die ständig wirkende Energie in uns, die durch uns und um uns herum fließt und wirkt, die wir lernen zu fühlen (wahrnehmen), zu bündeln und wenn gewünscht in eine bestimmte Richtung fließen zu lassen.
Für alle die etwas mehr über mich erfahren möchten
Maciej (Matthias) Mielczarek, 1981 in Polen zur Welt gekommen.
Die ersten Funken
Für asiatische Kampfkünste interessiere ich mich, seitdem ich mit ca. 8 Jahren das erste Mal Bruce Lee in Aktion im Fernsehen gesehen habe.
Meine erste Inspirationsquelle waren an die hundert Kung-Fu-Videos (damals noch auf VHS ;)), die ich mir seit meiner Kindheit angeschaut habe.
Lernen auf die harte Tour
In meiner Teenagerzeit versuchte ich, einiges aus Büchern und Videos zu lernen – was sich in der Praxis als mehr als schwierig erwies. Bücher können einem leider nicht vermitteln, wie es sich anfühlt, wenn man ernsthaft angegriffen wird, wenn man Schläge abbekommt und blutüberströmt am Boden liegt. Und so durfte ich einige bittere Erfahrungen auf der Straße sammeln. Nicht mit Absicht, sondern weil es damals, dort wo ich gelebt habe, einfach die Sprache unter den Jugendlichen war.
Auch die Feinheiten, auf die es im ernsthaften Studium einer Kampfkunst wie des Ving Tsun Kung Fu ankommt, kann kein Video oder Buch vermitteln. Ein Buch kann keinen Druck aufbauen, keine Distanz verändern, mir meine Fehler aufzeigen oder auf meine individuellen Bedürfnisse eingehen – wie es nur ein guter Lehrer kann.
Die Suche nach dem richtigen Lehrer
Mit dem starken Wunsch, mich ernsthaft verteidigen zu können, wenn es darauf ankommt – um solche Situationen nicht mehr erleben zu müssen, in denen man sich hilflos und der Situation ausgeliefert fühlt – begab ich mich auf die Suche nach dem „richtigen Lehrer für mich". So wie ich es damals für mich innerlich formulierte. Das Wichtigste dabei war, natürlich neben seinem geistigen und körperlichen Können, dass er ernsthaft an meinem persönlichen Fortschritt interessiert sein sollte.
Damals wusste ich noch nicht, dass meine Suche aufgrund dieser Formulierung mehrere Jahre dauern sollte.
Die ersten Schritte im Wing Tsun und Ving Tsun
Erst mit 18 (ca. Mitte 1999) lernte ich Ingo Gries kennen, meinen ersten Lehrer, der von der EWTO kam und zur WT Rifo in Werl wechselte. Nach wenigen Monaten – in denen ich unter seiner Anleitung den ersten Schülergrad erwarb – bemerkte Ingo, dass es ebenfalls nicht das Wing Tsun war, was er gesucht hatte. Er beschloss weiterzusuchen und fand Philipp Bayer in Menden, der von Wong Shun Leung unterrichtet wurde – dem älteren Kung-Fu-Bruder von Bruce Lee –, der für ihn aus seiner Sicht ein völlig anderes Ving Tsun unterrichtete. Die wiederum von Yip Man unterrichtet wurden.
Ich erinnere mich noch gut, wie begeistert er mich zu sich nach Hause einlud, um mir von der Begegnung mit Philipp zu erzählen. Kein passives Rauswenden oder Verformen mehr – Wege abschneiden war die Devise, sich strategisch sinnvoll im Raum positionieren. Das Aktive statt Passive des Stils, aber vor allem das Können von Philipp, hatte Ingo überzeugt. Und so wechselten wir gemeinsam zu Philipp, um das Ving Tsun Kung Fu zu lernen. Da war ich noch keine 19 Jahre alt.
Ein schmerzhafter Rückschlag
Kurz darauf verlor ich während meiner Maurerausbildung das Mittelgelenk des mittleren Fingers meiner linken Hand. Dank der verpfuschten OP war ein Trainieren für mich aufgrund der heftigen Schmerzen, die ich bei jeder Vibration oder Berührung der Hand erfuhr, unmöglich.
Und so musste ich nach nur ca. 3 Monaten bei Philipp das Training des Ving Tsun Kung Fu aufgeben. Erst 2,5 Jahre später, nach der zweiten OP, die mir endlich die Schmerzen nahm, fing ich mit leichten Übungen an, an die ich mich dank meiner Aufzeichnungen erinnern konnte.
Die Begegnung mit Michael Kurth
Mit 21 Jahren hatte ich dann endlich Glück. Dank Philipps Hilfe – von dem ich die Telefonnummer mit den Worten „Er ist ein harter Knochen" erhielt, und jeder, der Michael kämpferisch kennenlernen durfte, kann dies nur bestätigen – fand ich meinen jetzigen Lehrer Michael Kurth, der ab 1991 viele Jahre von Philipp als Privatschüler unterrichtet wurde.
Von Anfang an überzeugte er mich durch sein körperliches und geistiges Können. Ich hatte endlich das Gefühl gefunden, nach dem ich so lange gesucht hatte. Ich hatte – und habe es nach 20 Jahren immer noch – das Gefühl, den richtigen Lehrer für mich gefunden zu haben!
2004 begann ich bei Michael Kurth mit meinem Ving Tsun Kung Fu Training. Von Anfang an bis Ende 2007 lernte ich fast ausschließlich im Privatunterricht einmal die Woche sowie durch regelmäßige Intensivlehrgänge am Wochenende, da ich nebenbei Bauingenieurwesen studierte und in Detmold lebte.
Die Kampfkunstlehrer-Ausbildung
Nach meinem erfolgreich abgeschlossenen Studium des Bauingenieurwesens (Dipl.-Ing. (FH)) im Februar 2008 begann ich Anfang März 2008 als zweiter Langzeitstudent – nach meinem Kung-Fu-Bruder Julian Bosawe – mit meiner sehr intensiven Kampfkunstlehrer-Ausbildung – einem intensiven Studium der Kampfkunst – bei Michael Kurth in Bielefeld. Dort wurden mir alle Kenntnisse des Stils vermittelt: erste, zweite und dritte waffenlose Form, Doppelmesser-, Langstock- und Holzpuppenform sowie erweiterte Kenntnisse im Unterrichten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
So eine intensive Ausbildung ist kein Zuckerschlecken! An fünf Tagen die Woche hieß es bis zu 10 Stunden Training täglich, zuzüglich je ca. 1,5 Stunden Hin- und Rückfahrt von Detmold nach Bielefeld. Dann zu Hause nochmals Aufarbeiten des Erlernten, Wiederholen und Notizen machen – locker 2 Stunden täglich. An mindestens einem Wochenende im Monat gab es zusätzlich mindestens 6-stündige Intensivlehrgänge, sodass es für mich in dieser Zeit durchgängig 12 Tage am Stück Training hieß.
Man muss in das eigene Lernen viel Zeit und Energie reinstecken und hat viele Entbehrungen zu ertragen. Und so hat es manch einer nach uns bei Michael versucht, so eine intensive Ausbildung zu absolvieren, merkte aber schnell, sowohl körperlich aber auch geistig, was für eine enorme Herausforderung er sich da aufbürden will und fokussierte sich stattdessen doch lieber auf ein moderateres Training.
Die Heftigkeit des Trainings und die ganzen Entbehrungen die man im privaten Bereich leisten muss, natürlich neben dem finanziellen Aspekt die so eine Ausbildung mit sich bringt (man kann in dieser Zeit ja keinem regulären Job nachgehen), schrecken doch die meisten ab. Man beschäftigt sich in so einer Ausbildung fast ausschließlich mit dem eigenen Training.
Hier durfte ich auch die ersten Erfahrungen im Unterrichten sammeln – sowohl in der Schule meines Lehrers als auch im von ihm unterrichteten Polizeisportverein. Zunächst unter Aufsicht, mit zunehmender Erfahrung auch selbstständig.
Die Transformation
Jeder, der so eine Kampfkunstlehrer-Ausbildung nicht gemacht hat, kann sich nur im Ansatz vorstellen, wie es ist, wenn der Körper aufgrund von so viel Training herunterfährt. Wie sich die übersäuerten Muskeln anfühlen. Wie der ganze Körper in den ersten Monaten vor Schmerzen nach Ruhe schreit.
In den darauffolgenden Monaten merkt der Körper plötzlich, dass der Geist nicht aufgibt – dass der Geist die Richtung vorgibt, während er einfach durchhalten muss. Und dann – bei mir war es nach ca. 8 Monaten – durchflutet eine Kraft den Körper. Der Körper ist befreit von negativen Glaubenssätzen, die er aus Unwissenheit immer wieder vorgesagt bekommen hat, durch die er glaubte, zu mehr nicht in der Lage zu sein.
Doch die Wahrheit sieht anders aus. Der Körper und der Geist können sehr viel ertragen. Man muss nur an die eigenen Grenzen kommen, darf dann nicht aufgeben – und kann so, wenn man den ernsthaften Entschluss gefasst hat und die letzten Kraftreserven mobilisiert, diese selbstauferlegten Grenzen überschreiten!
Jetzt (bzw. damals vom heutigen Zeitpunkt aus betrachtet. Alles ist relativ!) gab ich meinen Glauben auf, an dessen Stelle die unmittelbare Erfahrung des Hier und Jetzt trat. Es war der Körper, der dem damals noch unreifen Geist die Wahrheit zeigte. Und so erkannte ich: Alles steht im ständigen Wechsel, in Wechselwirkung zueinander. Das es um das Gleichgewicht in allen Dingen geht.
Die fließende Energie
Ist die Körperenergie einmal befreit, kann sie frei fließen. Sie reißt alles Unnatürliche fort. Ein unbeschreibliches Gefühl, das für viele Jahre aufrechterhalten blieb. Das Gefühl der fließenden Energie ist seitdem ein ständiger Begleiter meines Lebens geworden – auch außerhalb des Ving Tsun.
Viele wissen gar nicht, wie es ist, weil sie nicht bereit sind, so viel Zeit und Energie in ihr Training und die Entwicklung von Körper und Geist zu investieren. Aber das ist auch in Ordnung – da mag jeder für sich selbst entscheiden, was für ihn im Leben wichtig ist. Ich bin da, durch und durch, ein Kämpfer! Auch im Leben außerhalb des Ving Tsun.
Mein Weg als Lehrer
Meine Kampfkunstlehrer-Ausbildung endete im Mai 2009. Im Juni 2010 fing ich mit dem eigenen Unterrichten an. Inzwischen besitze ich über 15 Jahre praktische Erfahrung als Lehrer. Seit über 21 Jahren (seit April 2004) praktiziere ich den Oldschool-Ving-Tsun-Stil, wobei ich weiterhin von Dai Sifu Michael Kurth in Form von Lehrgängen und Privatunterricht unterrichtet werde.
Das Wichtigste für mich als Lehrer – neben der Vermittlung des theoretischen Wissens, der dazugehörigen Philosophie, der strategischen Konzepte und der Techniken – ist es, individuell auf jeden meiner Schüler nach seinen Bedürfnissen einzugehen. Ihn auf seinem Weg zum Wachstum so gut ich kann zu unterstützen. Es ist das, was ich mir für meinen Weg gewünscht und bekommen habe. Wofür ich so dankbar bin. Genauso gebe ich es weiter.
Für mich ist das Ving Tsun Kung Fu – die Kampfkunst – die harte Arbeit am eigenen Fortschritt, neben meiner Frau und meinen Töchtern, die Liebe meines Lebens, die mir Energie gibt, bei der ich mich regenerieren kann wenn ich meine Zeit mit ihr verbringe. Da habe ich sehr viel Glück gehabt!
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